Schultereckgelenkssprengung (AC-Gelenkssprengung): Überblick
Schultereckgelenkssprengung (AC-Gelenkssprengung): Überblick
Dieses Video erklärt, wie es zu einer Schultereckgelenkssprengung (AC-Gelenkssprengung) kommt und zeigt die relevante Anatomie als auch wie ein Arzt die Diagnose stellt.
Transkript anzeigen
Schultereckgelenkssprengung (AC-Gelenkssprengung): Überblick
Eine Schultereckgelenkssprengung, oder AC-Gelenkssprengung, ist eine Verletzung eines kleinen Gelenks, das sich oben auf der Schulter befindet. Dieses Gelenk verbindet einen Teil des Schulterblatts, der als Akromion bezeichnet wird, mit dem Schlüsselbein, das als Klavikula bekannt ist. Das Gelenk selbst ist nach diesen beiden Knochen benannt: dem Akromioklavikulargelenk, kurz AC-Gelenk. Bei einer Schulterluxation, oder auch Schulterauskugelung, können die stützenden Bänder dieses Gelenks gedehnt oder gerissen sein und infolgedessen können sich diese beiden Knochen voneinander lösen.
Eine Schultereckgelenksprengung tritt am häufigsten bei jungen, sportlich aktiven Männern im Alter von 20 - 30 Jahren auf und entsteht durch eine akute Verletzung in diesem Bereich. Die Verletzung kann durch einen direkten Schlag auf die Oberseite der Schulter verursacht werden, wie es bei Kontaktsportarten wie Rugby oder American Football vorkommt. Sie kann auch bei Fahrradunfällen auftreten, oder beim Snowboarden oder Skifahren. Insgesamt machen Schultereckgelenksprengung etwa 40 % aller Schulterverletzungen aus. Manchmal ist nicht ein direkter Schlag die Ursache, sondern ein Sturz auf den ausgestreckten Arm, auch wenn dies weniger häufig vorkommt. Beim Ausüben von Kontaktsportarten kann das Tragen von gut sitzender Schutzausrüstung und das Erlernen korrekter Falltechniken dazu beitragen, Verletzungen des AC-Gelenks zu verhindern.
Nun werfen wir einen genaueren Blick auf die Anatomie der Schulter. Wenn die meisten Menschen an das Schultergelenk denken, meinen sie das Kugelgelenk, das als Glenohumeralgelenk bezeichnet wird. Bei einer Schultereckgelenkssprengung sprechen wir jedoch tatsächlich über einen anderen Teil der Schulter in der Nähe, das Akromioklavikulargelenk. Das AC-Gelenk ist der Bereich, in dem das Schlüsselbein, die Klavikula, und das Akromion, der obere knöcherne Teil des Schulterblatts, aufeinandertreffen. Hier verbindet das Akromioklavikularband diese beiden Knochen miteinander.
Bei einer leichten Verletzung ist dieses Band überdehnt. Bei schwereren Verletzungen ist dieses Band gerissen, und andere stützende Bänder rund um die Schulter können ebenfalls betroffen sein. Diese stützenden Bänder, die Korakoklavikularbänder oder auch CC-Bänder, verbinden das Schlüsselbein mit einem knöchernen Vorsprung an der Vorderseite des Schulterblatts, dem sogenannten Processus coracoideus. Bei einer Schultereckgelenkssprengung führt die Verletzung dieser Bänder dazu, dass das Ende des Schlüsselbeins weiter nach oben und damit noch weiter vom Akromion wegwandert.
Nach einer solchen Verletzung verspüren die Patienten Schmerzen in der Schulter, insbesondere direkt über dem Gelenk und es kann sogar zu Blutergüssen oder Schwellungen in diesem Bereich kommen. Manche bemerken eine kleine Erhebung oben auf der Schulter. Dies ist das Ende des Schlüsselbeins, das nach einer Schädigung der Bänder hervorsteht. All dies sind Anzeichen, auf die ein Arzt achtet, wenn er einen Patienten mit einer Verletzung des AC-Gelenks untersucht. Zusätzlich wird die Beweglichkeit der Schulter überprüft, die aufgrund von Schmerzen eingeschränkt sein kann.
Um die Diagnose einer Schultereckgelenkssprengung zu unterstützen und andere knöcherne Verletzungen wie Brüche auszuschließen, werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Röntgenbilder dienen auch dazu, die Schwere der Verletzung anhand des Abstands zwischen Schlüsselbein und Akromion zu klassifizieren. Bei leichten Verletzungen sind die Knochen möglicherweise überhaupt nicht voneinander getrennt, was bedeutet, dass das AC-Band, das die beiden Knochen verbindet, überdehnt, aber nicht gerissen ist. In anderen Fällen liegt eine deutliche Trennung von Schlüsselbein und Akromion vor, was bedeutet, dass die CC-Bänder zusätzlich zum AC-Band gerissen sind. Wenn die Diagnose unsicher ist, kann zusätzlich eine MRT-Untersuchung angeordnet werden. Nach der Auswertung bespricht der Chirurg die Befunde mit dem Patienten und erörtert die nächsten Schritte der Behandlung, sei es eine konservative Therapie oder ein operativer Eingriff.
